
Beratungsauswahl
Tagessätze im Vergleich, München, Frankfurt am Main und Leipzig
Beratungsangebote vergleichen: veröffentlichte Honorarspannen für München, Frankfurt am Main und Leipzig, dazu Tagessatz, Festpreis und Quellen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Wer Beratungsangebote vergleichen will, braucht drei GrößenTagessatz, vereinbarten Leistungsumfang und Abrechnungsmodell.
- Veröffentlichte Honorarspannen für München liegen zwischen 1.100 und 2.400 Euro pro Beratertag, für Frankfurt am Main zwischen 950 und 2.200 Euro, für Leipzig zwischen 700 und 1.200 Euro.
- Tagessatz, Festpreis und Erfolgshonorar verteilen das Risiko unterschiedlich, und jede Stadt hat dabei eigene Gepflogenheiten.
- Die Zahlen stammen aus der BDU-Tagessatz-Erhebung, Lünendonk-Studien, der Destatis-Umsatzsteuerstatistik und Leipziger Vergabeunterlagen.
- Für Leipzig und Sachsen kommen Förderprogramme als Preishebel hinzu, die es in dieser Form in Bayern und Hessen nicht gibt.
Honorarspannen in München, Frankfurt am Main und Leipzig im Überblick
Die drei Standorte bedienen unterschiedliche Käufergruppen, und genau daraus entstehen die Preisdifferenzen. München verkauft Strategie an Industrie und Versicherer, Frankfurt am Main verkauft Regulierungskompetenz an Banken, Leipzig verkauft Projektarbeit an Mittelstand und öffentliche Auftraggeber.
Die folgende Tabelle fasst die veröffentlichten Spannen zusammen. Die Angaben beziehen sich auf reine Beratungstage ohne Reise- und Nebenkosten.
Tagesspannen nach Standort
München
- Nachfrage
- Strategie, Industrie
- Tagesspanne
- 1.100–2.400 €
- Modelle
- Tagessatz, Festpreis
Frankfurt am Main
- Nachfrage
- Banken, Regulierung
- Tagesspanne
- 950–2.200 €
- Modelle
- Tagessatz, Erfolgshonorar
Leipzig
- Nachfrage
- Mittelstand, öffentlich
- Tagesspanne
- 700–1.200 €
- Modelle
- Festpreis, Tagessatz
Veröffentlichte Honorarspannen für München
Für München weist die BDU-Tagessatz-Erhebung Tagessätze von 1.100 Euro für Juniorberater bis 2.400 Euro für Projektleiter aus. Partner und Principal in der Strategieberatung liegen darüber und erreichen 3.000 bis 3.500 Euro pro Tag.
Treiber sind Automobil- und Versicherungskonzerne sowie zahlreiche internationale Consulting-Häuser. Wer in München einkauft, zahlt den Standortaufschlag mit, auch wenn das Projekt in Ingolstadt oder Augsburg läuft.
Veröffentlichte Honorarspannen für Frankfurt am Main
Für Frankfurt am Main nennen die Erhebungen 950 bis 2.200 Euro im Regelfall. Regulierungs-, Risiko- und Transaktionsberatung mit direktem Bezug zur Aufsicht liegt bei 2.500 bis 3.200 Euro pro Tag.
Die Nachfrage kommt von Banken und vom Umfeld der Europäischen Zentralbank. Einfache IT- und Prozessberatung wird dagegen zu 850 bis 1.300 Euro angeboten, weil dort mehr Wettbewerber bieten.
Veröffentlichte Honorarspannen für Leipzig
Für Leipzig liegen die veröffentlichten Spannen bei 700 bis 1.200 Euro pro Beratertag. In öffentlichen Vergabeverfahren in Sachsen werden Beratungsleistungen häufig zu 650 bis 950 Euro vergeben.
Die Nachfrage kommt überwiegend von mittelständischen Unternehmen, Logistikern, Gesundheitswirtschaft und öffentlichen Auftraggebern. Förderfähige Projekte drücken den effektiven Preis zusätzlich.
Für Einkäufer heißt das: Ein Angebot aus Leipzig ist nicht automatisch günstiger, wenn Reisezeiten, Branchenkenntnis und Projektsteuerung aus München eingekauft werden. Der Standortvergleich ist erst dann aussagekräftig, wenn der Leistungsumfang identisch beschrieben ist.
Abrechnungsmodelle: Tagessatz, Festpreis und Erfolgshonorar
Das Abrechnungsmodell entscheidet stärker über das Budget als der Tagessatz selbst. Drei Varianten dominieren den Markt, und jede Stadt nutzt sie anders.
Angebotsvergleich für Vertriebscontrolling
Angebot A
- Modell
- Tagessatz
- Kosten
- 51.750 €
- Basis
- 42 Tage à 1.150 €
Angebot B
- Modell
- Festpreis
- Kosten
- 58.000 €
- Basis
- Pauschal
Angebot C
- Modell
- Erfolgshonorar
- Kosten
- 34.000 € + 15 %
- Basis
- Reduzierter Satz
Der Tagessatz ist die einfachste Form. Abgerechnet wird die tatsächlich geleistete Zeit, meist in Achtel- oder Vierteltagen. In München ist er die Regel, weil Projektverläufe dort selten sauber abgrenzbar sind.
In Frankfurt am Main dominiert der Tagessatz mit Erfolgskomponente. Transaktions- und Regulierungsprojekte werden häufig mit reduziertem Tagessatz plus Beteiligung am erzielten Ergebnis abgerechnet.
In Leipzig überwiegt der Festpreis. Mittelständische Auftraggeber und öffentliche Vergaben brauchen planbare Summen, deshalb kalkulieren Berater dort das Mengenrisiko ein.
Ein Praxisbeispiel: Ein Maschinenbauer in Leipzig mit 180 Mitarbeitern vergleicht drei Angebote für die Einführung eines Vertriebscontrollings. Angebot A verlangt 42 Tage zu je 1.150 Euro, Angebot B einen Festpreis von 58.000 Euro, Angebot C einen reduzierten Tagessatz plus Erfolgsanteil von 15 Prozent der nachgewiesenen Vertriebskostensenkung.
Bei geschätzten 45 Einsatztagen liegt A bei 51.750 Euro, B bei 58.000 Euro, C bei rund 34.000 Euro plus Erfolgsanteil. Der Vergleich zeigt: Ohne Modellvergleich ist die Tagessatzhöhe wertlos.
Woher die veröffentlichten Zahlen stammen
Die Spannen oben sind keine Schätzungen einzelner Berater, sondern zusammengeführte Veröffentlichungen. Vier Quellengruppen tragen den Vergleich.
Erstens die BDU-Tagessatz-Erhebung des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen. Sie liefert die Untergrenzen und Obergrenzen je Senioritätsstufe, aufgeschlüsselt nach Region.
Zweitens Lünendonk-Studien zum Beratungsmarkt, die Umsätze und Tagessatzbänder deutscher Beratungsunternehmen auswerten.
Drittens die amtliche Statistik. Das Statistische Bundesamt führt laufend Strukturdaten zum Dienstleistungssektor, in dem auch Unternehmensberatung erfasst wird, und damit die Grundgesamtheit der Unternehmen (Dienstleistungen im Statistischen Bundesamt).
Beschäftigungsdaten zeigen, wie viele Menschen in Beratungsberufen arbeiten. Diese Zahlen bestimmen die Personalkosten und damit die Untergrenze jedes Tagessatzes (Erwerbstätige und Beschäftigung).
Preis-, Lohn- und Strukturdaten erlauben, Honorarentwicklungen gegen die allgemeine Kostenentwicklung zu spiegeln (Amtliche Daten zu Preisen und Löhnen).
Viertens die Vergabeunterlagen. Wer in Leipzig Beratungsleistungen ausschreibt, findet Verfahrenswege und Ansprechpartner im Serviceportal der Stadt, wo auch die vergebenen Preise dokumentiert werden (Service-Portal der Stadt Leipzig).
Für Einkäufer gilt: Jede Zahl im Angebot sollte auf eine dieser Quellengruppen zurückführbar sein.
Tagessätze nach Projektart und Seniorität vergleichen
Tagessätze Beratung hängen an zwei Achsen: der Aufgabe und der Erfahrung der eingesetzten Personen. Ein Vergleich, der nur einen Durchschnitt nennt, verschleiert beide.
Tagessätze nach Seniorität
München
- Partner
- 3.000–3.500 €
- Projektleiter
- 1.800–2.400 €
- Analyst
- 1.100–1.400 €
Leipzig
- Partner
- 1.800–2.200 €
- Projektleiter
- 1.000–1.300 €
- Analyst
- 700–850 €
Die Projektart bestimmt die Spanne. Standardisierte Aufgaben wie Prozessdokumentation oder Schulungen sind in allen drei Städten günstiger zu kalkulieren als offene Strategiearbeit oder regulierte Fragestellungen in Frankfurt am Main.
Prüfen Sie Angebote deshalb in drei Schritten:
Tagessätze vergleichen
- Teamstruktur offenlegen lassenRollen, geplante Tage je Rolle, Tagessatz je Rolle.
- Leistungsumfang abgrenzenWas ist enthalten, was wird gesondert berechnet, etwa Reisen und Datenlizenzen.
- Annahmen dokumentierenWelche Projektgröße, welche Mitwirkung des Auftraggebers, welche Meilensteine.
Wer diese drei Punkte für alle Bieter einheitlich abfragt, erhält vergleichbare Zahlen statt dekorativer Durchschnittswerte.
Regionale Preisunterschiede und ihre Ursachen
Das Stadtgefälle zwischen München, Frankfurt am Main und Leipzig hat mehrere Ursachen, die sich überlagern.
Erstens die Branchenstruktur. München bündelt Strategieberatung, Automobil- und Versicherungswirtschaft sowie internationale Häuser. Frankfurt am Main konzentriert Banken, Aufsichtsnähe und Transaktionsgeschäft. Leipzig lebt von mittelständischer Industrie, Logistik, Gesundheitswirtschaft und öffentlichen Auftraggebern.
Zweitens die Personalkosten und Lebenshaltung. Höhere Büromieten und Gehälter in München und Frankfurt am Main erklären einen Teil der Differenz von rund 400 Euro pro Tag gegenüber Leipzig.
Drittens die Nachfragemacht. Große Konzerne und Behörden in Frankfurt am Main und München zahlen Preise, die kleinere Auftraggeber in Sachsen nicht durchsetzen können.
Viertens die Förderlandschaft. In Leipzig und Sachsen greifen öffentliche Programme, etwa der Kreditanstalt für Wiederaufbau oder Landesprogramme, die Beratungskosten bezuschussen. Für mittelständische Unternehmen sinkt damit der effektive Preis, ohne dass der Berater seinen Satz senkt.
Fünftens die Vergabepraxis. Öffentliche Auftraggeber in Leipzig vergeben nach Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen beziehungsweise Unterschwellenvergabeordnung. Das erzwingt transparente Preisblätter und begrenzt Spielräume nach oben.
Für den Einkauf folgt daraus: Ein Standortvergleich ist nur sinnvoll, wenn Förderfähigkeit, Vergaberegeln und Reisekosten mitgerechnet werden. Ein um zehn Prozent niedrigerer Tagessatz kann durch nicht förderfähige Nebenkosten aufgezehrt werden.
Beratungsangebote vergleichen: Verhandlung und Angebotsprüfung
In Leipzig verhandeln öffentliche Auftraggeber über Preisblätter nach UVgO, in München und Frankfurt am Main über Projektbudgets und Teamgrößen. Wer die jeweilige Logik kennt, verhandelt über Ergebnisse statt über Stundensätze.
Nutzen Sie diese Checkliste für die Angebotsprüfung:
Checkliste Angebotsprüfung
- Leistungsbeschreibung mit Ergebnis und Abgrenzung
- Teamstruktur mit Rollen, Tagen, Tagessätzen
- Abrechnungsmodell passend zum Projektrisiko
- Nebenkosten beziffert
- Meilensteine an Ergebnisse gekoppelt
- Vergabeordnung und Schwellenwert geprüft
- Förderfähigkeit vor Vertragsschluss geklärt
Verhandeln Sie nicht nur den Tagessatz. In München ist die Teamzusammensetzung der größte Hebel, in Frankfurt am Main der Erfolgsanteil, in Leipzig der Leistungsumfang.
Lassen Sie sich Referenzen zur Projektart geben, nicht nur zur Branche. Ein Haus mit starker Regulierungserfahrung in Frankfurt am Main ist nicht automatisch der richtige Partner für eine Vertriebsoptimierung in Leipzig.
Und prüfen Sie die Rechnung nach Projektende gegen die vereinbarte Teamstruktur. Abweichungen bei Rollen und Tagen sind der häufigste Grund, warum Budgets überschritten werden.



