Technikberatung: Leistungen, Anbieter und Verträge im Überblick
Bild: Beratungsbeilage

Strategieberatung

Technikberatung für IT und Digitalisierung: Leistungen, Anbieter und Verträge

Technikberatung für IT und Digitalisierung: Leistungen von Accenture, Capgemini, Adesso, msg und Bechtle, Vertragsarten und Stundensätze von 100 bis 250 Euro.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Technikberatung übersetzt Geschäftsziele in IT-Architektur, Cloud-Migration, KI-Einführung und IT-Sicherheit.
  • Bekannte Anbieter sind Accenture, Capgemini, Adesso, msg und Bechtle, dazu externe Datenschutzbeauftragte.
  • Typische Stundensätze liegen zwischen 100 und 250 Euro netto, zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer.
  • Dienstvertrag und Werkvertrag verteilen Haftung, Abnahme und Nachbesserung unterschiedlich.
  • Entscheidend sind prüfbare Leistungsbeschreibungen, Abnahmekriterien und eigenes Steuerungspersonal.

Was Technikberatung liefert

Technikberatung macht aus einem fachlichen Ziel eine technische Lösung. Sie betrachtet Anwendungen, Daten, Schnittstellen und Betrieb als ein System. Anders als die Strategieberatung endet sie nicht mit einer Empfehlung, sondern liefert Architekturentscheidungen, Spezifikationen und umsetzungsfähige Konzepte. Wer Technikberatung einkauft, erhält Entscheidungsgrundlagen und Umsetzungskompetenz in einem Auftrag.

Ein Projekt beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Erfasst werden Anwendungen, Datenflüsse, Schnittstellen, Lizenzen und die Verantwortung im Betrieb. Daraus entsteht ein Zielbild: Welche Systeme bleiben, welche werden ersetzt, und wo liegen die Daten künftig. Dieses Zielbild trägt jede weitere Kalkulation und jede Priorisierung.

IT-Architektur legt fest, wie Anwendungen, Daten und Infrastruktur aufgebaut sind. Geprüft werden Skalierbarkeit, Ausfallsicherheit, Schnittstellen und der Aufwand für den Betrieb. Das Ergebnis ist meist eine Zielarchitektur mit Roadmap, technischer Spezifikation und einer Reihenfolge für die Migration.

Cloud-Migration bewertet jeden Workload einzeln. Üblich ist die Einteilung in unverändert übernehmen, anpassen, neu entwickeln, durch Standardsoftware ersetzen, stilllegen oder vorerst im eigenen Rechenzentrum behalten. Zu jeder Variante gehören ein Betriebsmodell, eine Kostenrechnung und ein Weg zurück.

KI-Einführung beginnt bei den Daten, nicht beim Modell. Geprüft werden Anwendungsfälle, Datenqualität, die Wahl zwischen Cloud-Diensten und eigenen Modellen sowie die Bewertung der Ergebnisse. Der Bitkom hat einen Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung veröffentlicht, der Pflichten und Rollen entlang der EU-Verordnung sortiert.

IT-Sicherheit verbindet Technik, Organisation und Nachweis. Üblich sind ein Sicherheitsmanagementsystem, Notfallpläne, Tests und eine Dokumentation, die Prüfungen standhält. Der IT-Grundschutz des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik bildet den nationalen Rahmen, von der Analyse bis zur Zertifizierung nach ISO 27001 auf dieser Basis.

Ein Teil der Anforderungen stammt aus EU-Recht, etwa zur Cybersicherheit und zur Nutzung künstlicher Intelligenz. Die Industrie- und Handelskammern übersetzen sie in die Praxis, im DIHK-Leitfaden zu KI im Klartext und in einem kompakten Überblick zu Cybersicherheit für kleinere Unternehmen.

Datenplattformen bilden die Grundlage für Auswertungen und KI. Berater entwerfen Datenmodelle, definieren Verantwortlichkeiten für Datenqualität und wählen Werkzeuge für Speicherung und Verarbeitung. Ohne klare Datenverantwortung bleibt jede Auswertung ein Einzelfall.

Automatisierung ersetzt manuelle Schritte durch Regeln und Schnittstellen. Sinnvoll ist sie dort, wo Abläufe stabil, häufig und messbar sind. Berater prüfen den Ist-Ablauf, benennen Ausnahmen und legen fest, wer bei Fehlern eingreift.

Die Übernahme des Betriebs ist eine eigene Leistung. Beim Managed Service zahlt der Kunde eine Monatspauschale für vereinbarte Service-Level, etwa Reaktionszeiten und Verfügbarkeit. Wer Betrieb einkauft, braucht ein Ausstiegsszenario, sonst bleibt nur dieser Anbieter.

Wie ein Projekt abläuft: fünf Schritte

Fünf Schritte vom Bedarf bis zur Abnahme im Projekt ('Technikberatung für IT und Digitalisierung: Leistungen, Anbieter und Verträge')
Diese fünf Schritte strukturieren jedes Technikberatungsprojekt von der Bedarfsklärung bis zur Abnahme. Image: Beratungsbeilage

Leistungsbeschreibung und Abnahme

Eine Leistungsbeschreibung ist die Grundlage jeder Preisfindung. Sie enthält Ausgangslage, Ziel, Ergebnisse, Schnittstellen und Mitwirkungspflichten. Jedes Ergebnis braucht ein Format: Dokument, lauffähige Komponente, Schulung oder Messwert.

Abnahmekriterien müssen prüfbar sein. Statt einer Formulierung wie hohe Verfügbarkeit gehört eine Zahl in den Vertrag, etwa 99,5 Prozent Verfügbarkeit pro Monat oder eine Antwortzeit von vier Stunden. Testfälle werden vor dem Start geschrieben und nicht am Projektende.

Mitwirkungspflichten sind ein häufiger Streitpunkt. Personal, Testdaten, Zugänge und Entscheidungen müssen termingerecht kommen. Werden sie verspätet geliefert, verschieben sich Termine, ohne dass der Anbieter dafür einsteht.

Vor der Unterschrift gehören diese Punkte auf die Prüfliste:

Fünf Prüfpunkte vor Vertragsunterschrift bei Technikberatung ('Technikberatung für IT und Digitalisierung: Leistungen, Anbieter und Verträge')
Diese fünf Punkte gehören vor der Unterschrift auf die Prüfliste, sonst drohen Streit und Nachträge. Image: Beratungsbeilage

Anbieter im Markt für Technikberatung

Accenture und Capgemini arbeiten an großen Transformationsprogrammen, oft international und über mehrere Gewerke hinweg. Adesso und msg sind stark im deutschen Markt, etwa in Versicherungen, Industrie und öffentlicher Verwaltung. Bechtle verbindet Beratung mit Beschaffung, Rollout und Betrieb von Arbeitsplätzen und Rechenzentren.

Externe Datenschutzbeauftragte decken ein anderes Feld ab. Sie prüfen Verarbeitungen, führen das Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten und sind Ansprechpartner für Aufsichtsbehörden. Ihre Leistung ist vor allem rechtlich und organisatorisch, nicht technisch, und wird meist als Dienstvertrag mit fester Monatspauschale vereinbart.

Für die Auswahl zählen wenige, prüfbare Punkte:

  • Referenzprojekte in derselben Branche und in vergleichbarer Größe
  • Nachweise wie Zertifizierungen und ein Sicherheitskonzept
  • Kontinuität des Teams über die gesamte Projektlaufzeit
  • Kenntnis der eigenen Systeme und Schnittstellen
  • Preismodell mit klaren Regeln für Nachträge

Vertragsarten: Werkvertrag, Dienstvertrag, Mischformen

Beim Dienstvertrag schuldet der Anbieter die sorgfältige Tätigkeit, nicht einen bestimmten Erfolg. Abgerechnet wird nach Zeit und Aufwand oder als Festpreis auf Basis einer Schätzung. Bleibt der Erfolg aus, ist die Vergütung trotzdem fällig, solange ordnungsgemäß gearbeitet wurde. Geregelt ist das im Dienstvertragsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs ab Paragraf 611.

Vergleich Werkvertrag und Dienstvertrag nach Risiko und Vergütung ('Technikberatung für IT und Digitalisierung: Leistungen, Anbieter und Verträge')
Der Vergleich zeigt, welcher Vertragstyp bei klaren oder unklaren Anforderungen besser passt. Image: Beratungsbeilage

Beim Werkvertrag schuldet der Anbieter ein bestimmtes Ergebnis. Der Auftraggeber nimmt das Werk ab, Mängel führen zu Nachbesserung und Gewährleistung. Das passt für klar abgrenzbare Arbeiten, etwa eine Schnittstelle, ein Sicherheitskonzept oder eine Migration mit fest definiertem Endzustand.

Das Risiko liegt jeweils anders. Im Werkvertrag trägt der Anbieter das Aufwandsrisiko und kalkuliert dafür einen Aufschlag. Im Dienstvertrag bleibt das Risiko unklarer Anforderungen beim Auftraggeber. Wer den Umfang nicht sicher beschreiben kann, fährt mit Zeitabrechnung in begrenzten Losen realistischer.

In beiden Fällen gehören dieselben Punkte in den Vertrag: Vergütung und Reisekosten, Nutzungsrechte an Ergebnissen und Zwischenständen, Vertraulichkeit, Kündigung und eine Haftungshöchstgrenze. Bei Zugriff auf personenbezogene Daten kommt ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 der Datenschutz-Grundverordnung hinzu.

Bei Software und Datenzugriff gehört der Ausstieg ausdrücklich in den Vertrag. Zu regeln sind Quellcode, Dokumentation, Zugangsdaten, Datenexport und Nachbetreuung. Ohne diese Punkte wird ein Anbieterwechsel teuer, weil Wissen und Zugänge beim Dienstleister bleiben.

Stundensätze und Kosten

Am Markt werden für Technikberatung üblicherweise Sätze zwischen 100 und 250 Euro netto je Beraterstunde aufgerufen. Auf den Nettobetrag kommt die Umsatzsteuer: Eine Rechnung über 10.000 Euro netto erhöht sich bei 19 Prozent um 1.900 Euro. Unternehmen mit Vorsteuerabzug holen diese Steuer zurück.

Feld Üblicher Satz netto je Stunde Anbieter in diesem Feld
Balkendiagramm der Stundensätze je Beratungsfeld ('Technikberatung für IT und Digitalisierung: Leistungen, Anbieter und Verträge')
Die Sätze unterscheiden sich deutlich nach Feld und zeigen, wo welcher Anbieter arbeitet. Image: Beratungsbeilage

Die Tabelle zeigt, in welchem Feld ein Anbieter arbeitet. Der konkrete Satz hängt von Rolle und Erfahrung, Region, Auslastung und Vertragslaufzeit ab. Kurze Einsätze und Arbeiten am Wochenende werden häufig mit Zuschlägen berechnet, lange Rahmenverträge mit Rabatt.

Rechenbeispiel für eine Cloud-Migration

Angenommen werden 60 Beratertage zu je acht Stunden und ein Satz von 150 Euro netto. Das sind 480 Stunden und damit 72.000 Euro netto. Bei 19 Prozent Umsatzsteuer kommen 13.680 Euro hinzu, die Gesamtsumme beträgt 85.680 Euro.

Dieselbe Stundenzahl kostet bei 100 Euro netto 48.000 Euro netto und 57.120 Euro inklusive Umsatzsteuer. Bei 250 Euro netto sind es 120.000 Euro netto und 142.800 Euro inklusive Umsatzsteuer. Die Spanne beträgt damit 72.000 Euro netto für identische Stundenzahlen. Diese Beispielrechnung zeigt, warum Satz und Umfang getrennt verhandelt werden sollten.

Hinzu kommen Reisekosten, Lizenzen, Cloud-Verbrauch und Nachträge. Ein Festpreis im Werkvertrag deckt nur den beschriebenen Umfang. Änderungen werden als Nachtrag vereinbart, sonst entstehen Streit und Verzögerung.

Förderung und steuerliche Behandlung

Für Digitalisierungsvorhaben bündelt die KfW Förderangebote, teils als zinsgünstige Kredite für Investitionen mit technischem Anteil. Welche Programme offen sind und welche Bedingungen gelten, steht in der Übersicht der KfW zu Innovation und Digitalisierung. Die Konditionen ändern sich, maßgeblich ist der aktuelle Stand beim Fördermittelgeber.

Beratungskosten sind Betriebsausgaben und mindern den Gewinn. Ob ein Vorhaben förderfähig ist, hängt von Programm, Unternehmensgröße und Standort ab. Der Bitkom beschreibt die digitale Transformation als Querschnittsthema und ordnet Technologien und Branchen ein.

Häufige Fragen

Was kostet Technikberatung pro Stunde?

Üblich sind 100 bis 250 Euro netto je Beraterstunde. Auf den Nettobetrag kommen 19 Prozent Umsatzsteuer. Der Satz steigt mit Erfahrung, Spezialisierung und kurzer Vertragslaufzeit.

Wann ist ein Werkvertrag sinnvoll?

Wenn das Ergebnis klar beschreibbar ist, etwa eine Migration mit definiertem Endzustand. Der Anbieter schuldet dann die Herstellung des Werks und haftet für Mängel.

Welche Anbieter passen zu mittelständischen Unternehmen?

Bechtle, Adesso, msg, regionale Systemhäuser und freiberufliche Spezialisten. Accenture und Capgemini lohnen sich eher bei großen, mehrjährigen Programmen.

Brauchen wir einen externen Datenschutzbeauftragten?

Wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, ist ein Datenschutzbeauftragter Pflicht. Externe Beauftragte arbeiten meist auf Pauschale und prüfen Verarbeitungen und Verträge.

Wie sichern wir den Wissenstransfer?

Dokumentation, Zugangsdaten, Testfälle und ein Betriebshandbuch gehören in die Abnahme. Vereinbaren Sie Schulungen und eine Übergabephase mit festen Terminen.

In diesem Leitfaden

  1. Welche Rolle spielt Technikberatung bei der Einführung von KI Systemen?Technikberatung KI: Aufgaben von der Datenstrategie über DSGVO- und KI-VO-Prüfung bis MLOps, Tests, Prüffristen und Kosten ab 20.000 Euro netto.
  2. Technikberatung Auswahl Checkliste für die EntscheidungTechnikberatung Auswahl: Checkliste mit Prüfpunkten zu Referenzen, Zertifikaten, Versicherung, Haftung, Preis, Service Level und Exit für IT-Einkauf und Projekte.
  3. Technikberatung Kosten im Vergleich zu internen IT StundensätzenTechnikberatung Kosten im Vergleich: Stundensätze von 100 bis 250 Euro netto, interne IT Vollkosten, Reisekosten, Cloud Kosten und Beispielprojekte mit MwSt.

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