
Strategieberatung
Teil von Technikberatung für IT und Digitalisierung: Leistungen, Anbieter und Verträge
Welche Rolle spielt Technikberatung bei der Einführung von KI Systemen?
Technikberatung KI: Aufgaben von der Datenstrategie über DSGVO- und KI-VO-Prüfung bis MLOps, Tests, Prüffristen und Kosten ab 20.000 Euro netto.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Technikberatung verbindet Datenstrategie, Modellauswahl, MLOps und Tests zu einem tragfähigen Betriebsmodell.
- Sie prüft DSGVO, EU KI Verordnung und BSI IT-Grundschutz und legt Prüffristen fest.
- Plattformen von Microsoft, AWS, Google Cloud und SAP werden verglichen, deutsche Beratungen übernehmen Integration und Betrieb.
- Kleine Vorhaben starten ab 20.000 Euro netto, ein Pilot liegt häufig bei 50.000 bis 80.000 Euro netto.
Aufgaben der Technikberatung in der Daten- und Modellphase
Technikberatung startet mit der Frage, welches Problem ein KI System überhaupt lösen soll. Sie erhebt Datenquellen, Datenqualität und Zugriffsrechte und leitet daraus eine Datenstrategie ab.
Fehlen belastbare Daten, scheitert jedes Modell, unabhängig von der Rechenleistung. Deshalb prüft die Beratung, ob Kaufdaten, Sensordaten oder Dokumente in ausreichender Menge und Qualität vorliegen.
Bei der Modellauswahl geht es selten um das beste Modell, sondern um das passende. Große Anbieter wie Microsoft mit Azure AI, AWS mit Bedrock und SageMaker, Google Cloud mit Vertex AI und SAP mit Business AI bieten unterschiedliche Betriebsmodelle. Deutsche Beratungen wie adesso oder msg group ergänzen diese Plattformen um Integration und Betrieb.
Die Entscheidung hängt von Latenz, Kosten pro Anfrage, Datenstandort und Wartbarkeit ab. Ein Modell, das im Labor überzeugt, kann im Fachverfahren an fehlenden Schnittstellen scheitern. Deshalb gehören Referenzen und ein Ausstiegsszenario in jede Bewertung.
Ein Lastenheft mit messbaren Kriterien verhindert, dass Anbieter ihre Hauslösung durchsetzen. Bewertet werden Trefferquote, Antwortzeit, Erklärbarkeit, Betriebsaufwand und Exit-Kosten.
Rechtliche Prüfung: DSGVO, KI Verordnung und BSI Grundschutz
Vor dem Produktivstart steht die Rechtsprüfung. Datenschutzbeauftragte prüfen Rechtsgrundlage, Zweckbindung und Löschfristen nach DSGVO. Bei personenbezogenen Trainingsdaten ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung häufig Pflicht.
Die EU KI Verordnung stuft Systeme nach Risiko ein. Hochrisiko Anwendungen verlangen Risikomanagement, technische Dokumentation und menschliche Aufsicht. Die Strategie der Europäischen Kommission zu KI bündelt den Rahmen und beschreibt Pflichten und Zeitschienen.
Die Pflichten greifen gestaffelt: Verbote seit Februar 2025, Regeln für allgemeine KI Modelle seit August 2025, Hochrisiko Pflichten ab August 2026. Beratung plant diese Fristen in die Roadmap ein.
Für die Technik kommt der IT-Grundschutz des BSI hinzu. Er liefert Bausteine für Anwendungen, Cloud und Betrieb, die sich auf KI Dienste übertragen lassen. Eine Zertifizierung auf dieser Basis erleichtert Verträge mit Auftraggebern.
Ein Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung des Bitkom beschreibt Rollen und Pflichten und hilft bei der Zuordnung, ob Anbieter oder Betreiber in der Pflicht steht.
Der Praxisleitfaden KI im Klartext: Vom Paragrafen zur Praxis der Deutschen Industrie- und Handelskammer erklärt Begriffe und Pflichten ohne Juristensprache und eignet sich für die erste Einordnung im Projektteam.
MLOps, Tests und laufende Prüffristen
Nach dem Pilot beginnt der Betrieb. MLOps umfasst Versionierung von Daten und Modellen, Monitoring von Genauigkeit und Drift sowie Rollback Pläne.
Tests müssen Fachlichkeit und Sicherheit abdecken: Stichproben auf Verzerrung, Robustheit gegen manipulierte Eingaben, Lasttests und Notfallübungen. Ergebnisse gehören in ein Prüfprotokoll mit Verantwortlichen und Fristen.
Prüffristen sollten kalendriert sein. Üblich sind vierteljährliche Modell-Reviews, jährliche Datenschutzprüfungen und eine Meldung schwerwiegender Vorfälle binnen 15 Tagen nach der KI Verordnung.
Wird eine Frist versäumt, drohen Bußgelder und Vertragsstrafen. Technikberatung übernimmt die Rolle des Übersetzers zwischen Rechtsabteilung, Fachbereich und IT-Betrieb.
Hinzu kommt die Kostenkontrolle: Token-Preise, GPU-Stunden und Wartungsaufwand wachsen mit der Nutzung. Ein Monitoring mit Schwellenwerten verhindert, dass ein Pilot im Betrieb unkontrolliert teuer wird.
Rechenbeispiel: Kosten eines KI-Piloten
Die Beispielrechnung gilt für ein mittleres Unternehmen mit rund 500 Beschäftigten. Alle Beträge sind Nettowerte und dienen der Orientierung, nicht als Angebot.
- Datenstrategie und Auswahl des Anwendungsfalls8.000 Euro
- DSGVO- und KI-VO-Prüfung12.000 Euro
- Modellauswahl und Pilot25.000 Euro
- MLOps-Aufbau und Tests18.000 Euro
- Schulung und Dokumentation7.000 Euro
Daraus ergibt sich eine Summe von rund 70.000 Euro netto. Wer nur Datenstrategie und Rechtsprüfung beauftragt, liegt bei etwa 20.000 Euro netto.
Häufige Fragen
Wer haftet, wenn ein KI System falsche Entscheidungen trifft?
Verantwortlich bleibt in der Regel der Betreiber, also das Unternehmen, das das System einsetzt. Anbieter trifft eine Dokumentationspflicht. Verträge sollten Haftung, Freigabeprozesse und Rückabwicklung regeln.
Reicht die Datenschutz-Folgenabschätzung als Rechtsprüfung?
Nein. Sie deckt personenbezogene Daten ab. Zusätzlich braucht es eine Prüfung nach der KI Verordnung, etwa Rollenbestimmung und Konformitätsbewertung bei Hochrisiko Systemen.
Wie lange dauert ein KI-Pilot mit Technikberatung?
Für einen überschaubaren Anwendungsfall sind acht bis sechzehn Wochen realistisch. Datenaufbereitung und Freigaben durch Datenschutz und Betriebsrat kosten die meiste Zeit.
Muss jedes KI System zertifiziert werden?
Nein. Zertifizierungen nach BSI IT-Grundschutz oder ISO 27001 sind freiwillig, werden aber in Ausschreibungen verlangt. Pflicht ist die Konformitätsbewertung nur bei Hochrisiko Systemen.



